Was macht ein Hai im Sandkasten?


Am 01. März fand unter Beisein der Bürgermeisterin von Großpösna, Frau Dr. Lantzsch sowie Vertretern der Sponsoren und Fördermittelgeber der erste Spatenstich zum Bau eines großen „Abenteuerspielplatz Tertiär“ im Bergbau-Technik-Park statt. Bei günstigen Wetterbedingungen, hofft der Verein spätestens im Juni, mit einem großen Familienfest, den Spielplatz zur Nutzung frei geben zu können.

Braunkohle stammt aus der versunkenen Pflanzenwelt und den Mooren des Tertiärs vor etwa 12 bis 35 Millionen Jahren. Im Leipziger Raum existierte damals eine annähernd tropisch-subtropische Pflanzen- und Tierwelt. In den Breiten rund um Leipzig war eine paradiesische Üppigkeit entstanden, wie sie heute etwa in Florida und Georgia zu finden ist.

Während des Tertiärs lag Nordwestsachsen am Südrand der Nordwesteuropäischen Tertiärsenke, der sogenannten „Paläo-Nordsee“. Durch ein ständiges Absinken der Erdoberfläche und ein Ansteigen des Grundwasserspiegels entstanden ausgedehnte Torfmoore und Moorwälder. Abgestorbene Pflanzen wurden von Wasser überdeckt und damit der Zersetzung an der Luft entzogen.

Der Riesenhai Carcharocles angustidens lebte im Eozän vor ca. 35 bis 10 Mio. Jahren. Er war ein Fleischfresser von ca.  8-10 m Länge.  Angustidens war der größte Hai, der in der Paläo-Nordsee gelebt hat, und eines der größten Raubtiere im Meer überhaupt. Man hat nie ein vollständiges Skelett dieses Giganten gefunden, lediglich Fragmente und Zähne.

Angustidens jagte im Mündungsgebiet vermutlich bevorzugt Seekühe, kleinere Haie und Fische. Er bewohnte die flachen und nahrungsreichen Küstengewässer aller Weltmeere, bevorzugt aber solche in wärmeren Gegenden.
Als Spielplatzskulptur ist er ein Gegenstand kindlicher Faszination und Fantasie ähnlich den bereits ausgestorbenen Dinosauriern. Obwohl gefährlich, bedrohlich und groß, sind Urzeittiere bei Rollenspielen ein Vehikel, sich stark und mutig zu fühlen und sind in ihrem Umgang geeignet, abstrakte Begriffe wie Jahrmillionen oder auch Vergänglichkeit auf spielerische Weise erfassbar zu machen.

Der Bergbau-Technik-Park ist ein zentraler Ankerpunkt für die Dokumentation und Vermittlung der Entstehung des Leipziger Neuseenlands im Südraum Leipzig. Durch die aktive Einbindung lokaler Akteure wird eine enge räumliche und soziale Bindung an die Heimat gefördert. Das integrierte Spielplatzkonzept ergänzt generationsübergreifend und nachhaltig die Ziele des Parks als Ort lebendiger Industriekultur die Vergangenheit mit der Gegenwart und Zukunft zu verbinden.